Kleinanzeigen ist mit über 35 Millionen Nutzern Deutschlands größter Online-Marktplatz. Ob gebrauchtes Smartphone, Möbel oder Elektronik – die Plattform ist praktisch, aber leider auch ein Tummelplatz für Betrüger. Wir zeigen dir die 7 häufigsten Betrugsmaschen und wie du dich wirksam schützt.
Inhalt
Die 7 häufigsten Betrugsmaschen auf Kleinanzeigen
Betrüger werden immer professioneller. Diese Maschen solltest du kennen – egal ob du kaufst oder verkaufst.
So läuft es ab: Ein Käufer zeigt Interesse und schlägt die „Sicher bezahlen“-Funktion vor. Statt über die offizielle Plattform schickt er dir einen gefälschten Link per WhatsApp, SMS oder E-Mail. Die Fake-Seite sieht täuschend echt aus und fragt nach deinen Kreditkarten- oder Kontodaten.
Die Folge: Statt Geld zu erhalten, wird dein Konto leergeräumt.
So läuft es ab: Der Betrüger kopiert deine Anzeige auf einer anderen Plattform. Meldet sich dort ein Käufer, gibt der Betrüger deine Bankdaten als Zahlungsziel an. Der ahnungslose Käufer überweist an dich – der Betrüger fordert dich parallel auf, die Ware an eine andere Adresse zu schicken.
Die Folge: Du lieferst die Ware, aber die Zahlung stammt von einem Betrugsopfer. Die Bank bucht das Geld später zurück – Ware und Geld sind weg.
So läuft es ab: Der Käufer zahlt per PayPal, nutzt aber die Option „Geld an Freunde und Familie senden“. Du versendest die Ware. Der Betrüger eröffnet dann einen PayPal-Fall, behauptet sein Konto sei gehackt und bekommt das Geld zurück.
Die Folge: Bei „Freunde & Familie“ greift kein Käuferschutz. Du hast weder Ware noch Geld.
So läuft es ab: Der Käufer schickt dir einen Screenshot einer angeblichen Überweisung oder PayPal-Bestätigung. Er drängt dich, die Ware sofort zu versenden, bevor das Geld auf deinem Konto ist.
Die Folge: Die Überweisung existiert nicht. Die Ware ist weg.
So läuft es ab: Ein Käufer meldet sich aus dem „Ausland“ und will dein Smartphone unbedingt haben. Er bietet sogar mehr als den Preis. Einzige Bitte: Du sollst die Speditionskosten (300-400 €) vorstrecken – er erstattet alles mit der Zahlung.
Die Folge: Du zahlst die „Spedition“, die nicht existiert. Der Käufer verschwindet.
So läuft es ab: Der Betrüger gibt sich als Kleinanzeigen-Support aus. Er behauptet, es gäbe ein Zahlungsproblem und fragt nach deinen Bankdaten und TAN. Mit jeder „Überprüfung“ bucht er Geld von deinem Konto ab.
Die Folge: Mehrfache Abbuchungen, bevor du es merkst.
So läuft es ab: Betrüger übernehmen Accounts, die jahrelang seriös genutzt wurden. Die positiven Bewertungen wirken vertrauenswürdig. Plötzlich werden Artikel weit unter Marktwert angeboten, Bezahlung per Vorkasse gefordert.
Die Folge: Du überweist an einen vermeintlich vertrauenswürdigen Verkäufer – und bekommst nichts.
Die 4 Kern-Tricks aller Betrüger
Egal welche Masche – Betrüger arbeiten immer mit denselben psychologischen Tricks:
Faustregel
Erkennst du einen dieser Tricks: Sei aufmerksam. Erkennst du zwei oder mehr: Brich den Kontakt sofort ab.
So schützt du dich: 10 Regeln für sicheres Handeln
„Sicher bezahlen“ bei Kleinanzeigen: So funktioniert’s
Die Funktion „Sicher bezahlen“ ist der beste Schutz auf der Plattform. So läuft der Ablauf:
Ablauf „Sicher bezahlen“
Käufer zahlt über die Plattform
Das Geld wird von einem Zahlungspartner (z. B. Online Payment Platform) treuhänderisch verwahrt.
Verkäufer sieht die Zahlung und versendet
Du bekommst eine Benachrichtigung in der App und versendest die Ware mit Sendungsverfolgung.
Käufer bestätigt den Erhalt
Hat alles gepasst, gibt der Käufer die Zahlung frei. Das Geld wird an den Verkäufer ausgezahlt.
Problem? Käuferschutz greift
Kommt die Ware nicht an oder stimmt etwas nicht, kann der Käufer einen Fall eröffnen. Das Geld wird nicht automatisch ausgezahlt.
Achtung: Auch „Sicher bezahlen“ hat Grenzen
Als Verkäufer musst du wissen: Gibt der Käufer die Zahlung nicht frei, kann es dauern, bis du dein Geld bekommst. Dokumentiere den Versand immer mit Sendungsverfolgung und Fotos der Verpackung. Das hilft im Streitfall.
Betrug beim Smartphone-Kauf: Besonders häufig
Smartphones gehören zu den am häufigsten betrogenen Kategorien auf Kleinanzeigen. Teure Geräte, hohe Nachfrage und schwer überprüfbare Zustände machen es Betrügern leicht. Besonders bei Apple iPhones und Samsung Galaxy-Modellen solltest du vorsichtig sein.
Smartphone-Kauf: Extra-Checkliste
Vor dem Kauf:
- IMEI-Nummer prüfen (gestohlene Geräte erkennen)
- Originalverpackung und Kaufbeleg verlangen
- Gerät vor Ort testen (Display, Kamera, Akku)
- iCloud-/Google-Sperre deaktivieren lassen
- Marktpreis vergleichen – zu günstig = verdächtig
Alternative: Ein Smartphone mit Vertrag oder über Prepaid-Tarife zu kaufen ist oft günstiger als gedacht und deutlich sicherer.
Betrug erkannt – was jetzt?
Wenn du Opfer geworden bist oder einen Betrugsversuch erkannt hast, handle schnell:
Bank sofort kontaktieren
Überweisungen können oft innerhalb weniger Stunden gestoppt werden. Kreditkarte sperren lassen.
Beweise sichern
Screenshots von Chats, E-Mails, Profilen und Überweisungen machen. Alles kann als Beweis dienen.
Anzeige bei der Polizei erstatten
Online-Anzeige ist in den meisten Bundesländern über die Onlinewache möglich. Je schneller, desto besser.
Nutzer bei Kleinanzeigen melden
Über die Meldefunktion auf der Plattform den Betrüger melden. So schützt du andere Nutzer.
Passwörter ändern
Falls du Zugangsdaten preisgegeben hast: Sofort alle betroffenen Passwörter ändern und 2FA aktivieren.
Vorteile und Risiken von Kleinanzeigen
Vorteile
- Größter Marktplatz Deutschlands
- Keine Gebühren für Privatverkäufe
- Lokale Abholung möglich
- „Sicher bezahlen“ mit Käuferschutz
- Große Auswahl an Produkten
- Nachhaltiger als Neukauf
Risiken
- Kein Schutz bei Barzahlung/Vorkasse
- Professionelle Betrugsmaschen
- Keine Garantie bei Privatverkauf
- Gehackte Accounts schwer erkennbar
- Phishing-Links täuschend echt
- Polizei oft machtlos bei Auslands-Betrügern
Wer auf der sicheren Seite sein will, kann Smartphones auch über seriöse Händler mit 5G-Tarif kaufen. Dabei bekommst du Garantie, Widerrufsrecht und oft einen besseren Preis als auf dem Gebrauchtmarkt. Außerdem lohnt sich eine Handyversicherung, wenn du dein Smartphone schützen möchtest.
Häufig gestellte Fragen
Typische Warnsignale: Der Käufer akzeptiert sofort den vollen Preis ohne zu verhandeln, will auf WhatsApp oder E-Mail wechseln, schickt Links zu externen Zahlungsseiten, erzeugt Zeitdruck oder erzählt emotionale Geschichten. Auch neue Profile ohne Bewertungen und zu günstige Preise sind verdächtig.
Ja, die offizielle Funktion bietet Käuferschutz über einen Zahlungsdienstleister. Wichtig: Die Zahlung muss innerhalb der App oder Website stattfinden. Links per SMS, WhatsApp oder E-Mail, die zu „Sicher bezahlen“ führen, sind immer Betrug. Verkäufer sollten mit Sendungsverfolgung versenden.
Sofort handeln: 1) Bank kontaktieren und Überweisung stoppen oder Karte sperren. 2) Screenshots aller Chats und Überweisungen sichern. 3) Polizei-Anzeige erstatten (online über die Onlinewache deines Bundeslandes). 4) Betrüger bei Kleinanzeigen melden. 5) Falls Zugangsdaten betroffen: Passwörter ändern.
Das hängt von der Zahlungsmethode ab. Bei Banküberweisung: Innerhalb weniger Stunden kann die Bank die Überweisung stoppen. Bei PayPal „Waren und Dienstleistungen“: Käuferschutz greift. Bei „Sicher bezahlen“: Käuferschutz über die Plattform. Bei Barzahlung, Western Union oder PayPal „Freunde und Familie“: Das Geld ist in der Regel verloren.
Am sichersten ist die Funktion „Sicher bezahlen“ direkt über Kleinanzeigen. Bei persönlicher Übergabe ist Barzahlung eine gute Wahl. PayPal nur mit der Option „Waren und Dienstleistungen“ nutzen. Niemals per Western Union, Gutscheinkarten oder als „Freunde und Familie“ zahlen.
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