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EU-Roaming · Westbalkan · Februar 2026
EU-Roaming bald auch im Westbalkan? Das plant die EU-Kommission
Telefonieren, Surfen, SMS — ohne Aufpreis. Was in der EU seit 2017 gilt, soll bald auch in Albanien, Serbien, Montenegro und drei weiteren Ländern gelten. Die EU-Kommission hat am 25. Februar den Startschuss für Verhandlungen gegeben.
Was sich ändern soll
Die EU-Kommission will das erfolgreiche „Roam Like at Home“-Prinzip auf sechs Länder des Westbalkans ausweiten. Konkret bedeutet das: Wer aus der EU in eines dieser Länder reist, soll sein Smartphone genauso nutzen können wie zu Hause — ohne Roaming-Aufschläge. Das gilt für Anrufe, SMS und mobile Daten.
Umgekehrt profitieren auch Reisende aus dem Westbalkan, die in die EU kommen. Die Idee: Gleiche Regeln, gleiche Preise — egal ob du in Griechenland, Montenegro oder Deutschland bist.
Was ist „Roam Like at Home“?
Seit Juni 2017 gilt in der EU: Wer in ein anderes EU-Land reist, nutzt sein Handy ohne zusätzliche Kosten — zum Inlandstarif. Anrufe, SMS und Daten werden genauso abgerechnet wie zu Hause. Das gilt für alle 27 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen. Seit Januar 2026 sind auch Ukraine und Moldau Teil der Roaming-Zone.
Diese 6 Länder sollen dazukommen
Innerhalb des Westbalkans gilt übrigens bereits seit Juli 2021 ein regionales Roaming-Abkommen — wer zwischen diesen sechs Ländern reist, zahlt schon jetzt reduzierte Gebühren.
Aktuell: Was kostet Roaming im Westbalkan?
Noch gehören diese Länder nicht zur EU-Roaming-Zone. Wer dort sein Handy nutzt, zahlt deutlich mehr als innerhalb der EU. Einige Anbieter haben aber schon freiwillig die Preise gesenkt.
| Anbieter | Status Westbalkan | Kosten / Optionen |
|---|---|---|
| Telekom | Nicht im EU-Roaming | Travel & Surf-Pakete, z. B. 5 GB + 200 Min. ab 14,95 € |
| Vodafone | Nicht im EU-Roaming | Standard-Roaming oder Travel-Optionen |
| o2 | Nicht im EU-Roaming | Weltzonen-Tarife, Roaming Plus World Pack (2 GB für 14,99 €) |
Vorsicht vor Kostenfallen
Ohne gebuchte Option können im Westbalkan mehrere Euro pro Megabyte anfallen. Datenroaming unbedingt deaktivieren oder eine lokale SIM-Karte / eSIM nutzen, bis die „Roam Like at Home“-Regelung greift.
Freiwillige Preisobergrenzen (aktuell)
Seit Oktober 2023 haben sich 38 Mobilfunkbetreiber aus der EU und dem Westbalkan freiwillig auf sinkende Preisobergrenzen geeinigt:
| Zeitraum | Max. Datenpreis pro GB |
|---|---|
| Bis Ende 2025 | 18 €/GB |
| Ab 2026 | 14 €/GB |
| Ab 2028 | 9 €/GB |
| Ziel (nach Abkommen) | 0 € (Inlandstarif) |
So geht es weiter: Der Fahrplan
Ukraine & Moldau als Vorbild
Die Integration der Ukraine und Moldau in die EU-Roaming-Zone dauerte rund drei Jahre — von den ersten Verhandlungen bis zum Start am 1. Januar 2026. Ein ähnlicher Zeitrahmen ist für den Westbalkan realistisch. Montenegro könnte aber schneller gehen, da von der Leyen bereits 2025 die Abschaffung der Roaming-Gebühren für 2026 angekündigt hat.
Was heißt das für Urlauber?
Montenegro, Albanien und Serbien werden als Reiseziele immer beliebter. Wer dort aktuell das Handy nutzen will, muss teure Roaming-Pakete buchen oder eine lokale SIM kaufen. Mit der geplanten Erweiterung fällt das weg — du nutzt dein Handy einfach wie zu Hause.
Telefonieren
Anrufe nach Deutschland und innerhalb des Reiselandes zum Inlandstarif — keine Aufschläge.
SMS & Messenger
SMS zum Heimtarif. WhatsApp, Signal & Co. nutzen dein normales Datenvolumen.
Mobiles Internet
Dein Inklusiv-Volumen gilt auch im Westbalkan — Maps, Social Media, Streaming wie gewohnt.
Bis es soweit ist: Tipps für den Westbalkan
- Datenroaming deaktivieren — verhindert Kostenschocks durch automatische Verbindungen
- Lokale SIM-Karte kaufen — vor Ort oft für wenige Euro erhältlich, z. B. am Flughafen
- eSIM nutzen — Anbieter wie Airalo oder Holafly bieten günstige Datenpakete für den Westbalkan
- Roaming-Pakete buchen — Telekom, Vodafone und o2 bieten Tages- oder Wochenpakete an
- WLAN nutzen — Hotels, Cafés und Restaurants bieten fast überall kostenloses WiFi
Häufige Fragen
Noch steht kein festes Datum. Die EU-Kommission hat am 25. Februar 2026 Verhandlungen beantragt. Montenegro und Albanien könnten 2026 als erste beitreten. Für alle sechs Länder wird ein Zeitrahmen von 2–3 Jahren geschätzt.
Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien — die sechs Länder des Westbalkans.
Ja. Kroatien ist EU-Mitglied und seit 2017 Teil der „Roam Like at Home“-Zone. Dein Handy funktioniert dort zum Inlandstarif — ohne Aufpreis.
Ohne gebuchte Option können mehrere Euro pro Megabyte anfallen. Freiwillige Obergrenzen liegen 2026 bei 14 €/GB. Am günstigsten sind lokale SIM-Karten, eSIMs oder Roaming-Pakete deines Anbieters.
Nein — die Schweiz ist nicht Teil der EU-Roaming-Zone. Ausnahme: Die Telekom behandelt die Schweiz in ihren Prepaid-Tarifen wie ein EU-Land. Bei Vodafone und o2 fallen in der Schweiz weiterhin Roaming-Gebühren an.
