DSL-Aus: Bundesnetzagentur stellt Fahrplan für Deutschland vor

23 Millionen DSL-Haushalte betroffen

Das Wichtigste auf einen Blick
Erste Abschaltungen
Ab 2030
Betroffene Haushalte
23 Mio.
Glasfaser-Voraussetzung
Mind. 80%
Aktuelle FTTH-Quote
21%

Die Bundesnetzagentur hat ein umfassendes Regulierungskonzept zur Kupfer-Glas-Migration vorgelegt. Das Dokument beschreibt erstmals detailliert, wie der schrittweise Übergang von DSL zu Glasfaser in Deutschland ablaufen soll. Für rund 23 Millionen Haushalte und Unternehmen, die aktuell noch einen DSL-Anschluss nutzen, bedeutet das: Der Wechsel zu Glasfaser wird früher oder später unvermeidlich.

⚠️

Konsultationsphase läuft bis 16. März 2026

Das Regulierungskonzept befindet sich aktuell in der Konsultationsphase. Alle interessierten Parteien – Netzbetreiber, Verbraucherschützer und Bürger – können bis zum 16. März 2026 Stellungnahmen einreichen. Erst danach wird das finale Konzept verabschiedet.

Was ist die Kupfer-Glas-Migration?

Der Begriff Kupfer-Glas-Migration beschreibt den geplanten Übergang von der alten Kupferkabel-Infrastruktur (DSL, VDSL) zur modernen Glasfasertechnologie. Die Bundesnetzagentur betrachtet leistungsfähige Breitbandnetze als ebenso wichtige Infrastruktur wie gut ausgebaute Straßen – besonders für die Wirtschaft und als Standortfaktor für Unternehmen.

Kupfer vs. Glasfaser: Der technische Unterschied

Kupferkabel (DSL/VDSL)

  • Datenübertragung via elektrische Signale
  • Maximal 250 Mbit/s (VDSL Vectoring)
  • Geschwindigkeit sinkt mit Entfernung
  • Anfällig für Störungen
  • Infrastruktur teils über 50 Jahre alt
  • Hoher Energieverbrauch

Glasfaser (FTTH)

  • Datenübertragung via Lichtsignale
  • Bis zu 1.000 Mbit/s und mehr
  • Konstante Geschwindigkeit
  • Kaum störanfällig
  • Zukunftssicher für Jahrzehnte
  • Deutlich energieeffizienter

Der Zeitplan: Wann wird DSL abgeschaltet?

Die Bundesnetzagentur hat einen klaren Stufenplan entwickelt. Wichtig: Eine Abschaltung ist an strenge Voraussetzungen geknüpft und erfolgt nicht willkürlich.

2026

Konsultation & Gesetzgebung

Bis 16. März 2026 läuft die Konsultationsphase. Anschließend sind Gesetzesänderungen nötig, um das Konzept rechtlich zu verankern. Die Bundesnetzagentur fordert die Bundesregierung auf, einen einheitlichen Plan zu erstellen.

2027

Erste Abschaltungs-Ankündigungen

In Regionen mit hoher Glasfaser-Versorgung (über 80%) können die ersten offiziellen Ankündigungen erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der 36-monatige Countdown.

2028

Verkaufsstopp in ersten Gebieten

Mindestens 24 Monate vor der Abschaltung dürfen keine neuen DSL-Verträge mehr verkauft werden. Bestandskunden können ihre Verträge aber weiter nutzen.

2030

Erste DSL-Abschaltungen

In Regionen, die alle Voraussetzungen erfüllen, wird das Kupfernetz abgeschaltet. Dies betrifft zunächst Gebiete mit besonders hoher Glasfaser-Durchdringung.

2030+

Schrittweise Ausweitung

Nach und nach werden weitere Gebiete folgen. Das Tempo hängt vom Fortschritt des Glasfaserausbaus ab. Die vollständige Migration wird mehrere Jahre dauern.

Die Voraussetzungen für eine Abschaltung

Das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur definiert klare Kriterien, die erfüllt sein müssen, bevor das Kupfernetz in einer Region stillgelegt werden darf:

🏠
80%
Glasfaser-Versorgung
Mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen in einem Gebiet müssen Zugang zu Glasfaser bis ins Gebäude (FTTH – Fiber to the Home) haben.
📢
36
Monate Vorlauf
Die Abschaltung muss mindestens 36 Monate (3 Jahre) im Voraus angekündigt werden. So haben alle Betroffenen genug Zeit für den Wechsel.
🚫
24
Monate Verkaufsstopp
Mindestens 24 Monate vor der Abschaltung endet die Vermarktung neuer DSL-Anschlüsse im betroffenen Gebiet. Keine Neuverträge mehr möglich.
🔓
Open
Access Pflicht
Der Glasfaser-Netzbetreiber muss anderen Anbietern Zugang gewähren (Open Access). So bleibt der Wettbewerb erhalten und Kunden haben Auswahl.
💡

Netzbetreiber-unabhängige Abschaltung

Ein wichtiges Detail: Die Abschaltung erfolgt unabhängig davon, welcher Netzbetreiber Glasfaser ausgebaut hat. Sobald die objektiven Kriterien (80% Versorgung, Open Access) erfüllt sind, kann das Kupfernetz stillgelegt werden – egal ob Telekom, Vodafone oder ein regionaler Anbieter die Glasfaser verlegt hat.

Aktueller Stand: So weit ist der Glasfaserausbau

Wie steht es um den Glasfaserausbau in Deutschland? Die aktuellen Zahlen zeigen: Es ist noch viel zu tun.

📡
21%
der Haushalte haben FTTH
Glasfaser bis in die Wohnung
🏗️
55%
infrastrukturell vorbereitet
Glasfaser liegt in Nähe der Grundstücksgrenze
🎯
80%
Ziel für Abschaltung
Mindestvoraussetzung pro Region
23 Mio. Haushalte und Unternehmen nutzen noch DSL
~45 Mio. Haushalte gibt es insgesamt in Deutschland
📈

Der Ausbau beschleunigt sich deutlich

Die gute Nachricht: Der Glasfaserausbau hat an Fahrt aufgenommen. Die Telekom, Vodafone und zahlreiche regionale Anbieter investieren Milliarden in neue Netze. In vielen Neubaugebieten ist FTTH bereits Standard. Die Bundesnetzagentur stellt umfassende Daten zum Ausbaustand im Gigabitgrundbuch bereit.

Was bedeutet das für dich als Verbraucher?

Die Bundesnetzagentur legt großen Wert auf den Verbraucherschutz. Die Verbraucherseite der Bundesnetzagentur informiert über deine Rechte beim Wechsel von Kupfer zu Glasfaser.

Deine Rechte im Überblick

Frühzeitige Information: Du wirst rechtzeitig und mit großem zeitlichem Vorlauf über den anstehenden Umstieg informiert. Die Ankündigung erfolgt mindestens 36 Monate vor der Abschaltung.
Vollständige Transparenz: Du erhältst Informationen über alle alternativen Angebote, die an deiner Adresse verfügbar sind – nicht nur vom bisherigen Anbieter.
Freie Anbieterwahl: Dank der Open-Access-Pflicht kannst du zwischen verschiedenen Anbietern wählen. Du bist nicht an den Netzbetreiber gebunden.
Faire Preise: Die Regulierung soll sicherstellen, dass Glasfaser-Tarife zu wettbewerbsfähigen Konditionen angeboten werden. Kein Anbieter-Monopol.
Sonderkündigungsrecht: Bei einer Zwangsumstellung hast du das Recht, deinen bestehenden Vertrag vorzeitig zu kündigen – ohne Gebühren oder Nachteile.
Keine Abschaltung ohne Alternative: Erst wenn alle Kunden die Gelegenheit zu einem Technologiewechsel hatten, darf das Kupfernetz stillgelegt werden.

Warum wird das Kupfernetz überhaupt abgeschaltet?

Die Gründe für das Ende der DSL-Ära sind vielfältig – technisch, wirtschaftlich und ökologisch:

Technische Grenzen erreicht
DSL stößt an physikalische Grenzen. Mehr als 250 Mbit/s sind mit Kupfer kaum möglich. Glasfaser bietet theoretisch unbegrenzte Kapazität und ist bereit für zukünftige Anforderungen.
💰
Doppelte Infrastruktur unwirtschaftlich
Der parallele Betrieb von Kupfer- und Glasfasernetz ist teuer. Die Wartung des veralteten Kupfernetzes bindet Ressourcen, die besser in den Glasfaserausbau fließen könnten.
🌱
Energieeffizienz
Glasfasernetze verbrauchen deutlich weniger Energie als Kupfernetze. Der Umstieg leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und reduziert den CO₂-Fußabdruck der Telekommunikation.
🏭
Standortfaktor Deutschland
Schnelles Internet ist laut Bundesnetzagentur ein wichtiger Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen – besonders im ländlichen Raum. Deutschland muss aufholen.

Was du jetzt tun kannst: Schritt für Schritt

Auch wenn die Abschaltung erst in einigen Jahren erfolgt, kannst du dich schon jetzt vorbereiten. Hier ist dein Fahrplan:

1

Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen

Checke, ob an deiner Adresse bereits Glasfaser verfügbar ist oder der Ausbau geplant ist. Viele Anbieter bieten Online-Verfügbarkeitschecks an. Das Gigabitgrundbuch der Bundesnetzagentur zeigt den Ausbaustand in deiner Region.

2

Angebote vergleichen

Nutze Vergleichsportale wie unseren DSL- und Glasfaser-Vergleich, um den besten Tarif für deine Bedürfnisse zu finden. Achte auf Geschwindigkeit, Preis und Vertragslaufzeit.

3

Vertragslaufzeit im Blick behalten

Plane einen eventuellen Wechsel so, dass er mit dem Ende deines aktuellen Vertrags zusammenfällt. So vermeidest du Doppelzahlungen oder Kündigungsgebühren.

4

Glasfaser-Anschluss sichern

Wenn in deinem Gebiet Glasfaser ausgebaut wird, solltest du den Hausanschluss möglichst frühzeitig legen lassen. In der Ausbauphase ist das oft kostenlos – später kann es teuer werden.

5

Ruhe bewahren

Du hast mindestens 3 Jahre Zeit nach der offiziellen Ankündigung in deinem Gebiet. Es besteht kein Grund zur Panik. Überstürze nichts und vergleiche in Ruhe.

Betrifft das auch Kabel-Internet?

Ja, auch TV-Kabelnetze sollen in die Kupfer-Glas-Migration einbezogen werden. Das betrifft Anschlüsse von Vodafone (ehemals Unitymedia und Kabel Deutschland) sowie anderen Kabelanbietern.

📺

Kabel-Internet: Ähnliche Situation

Auch Kabel-Internet basiert auf einer älteren Infrastruktur (Koaxialkabel). Langfristig soll auch diese durch Glasfaser ersetzt werden. Die konkreten Regelungen werden im Rahmen der Konsultation noch diskutiert. Kabelkunden sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Häufige Fragen zur DSL-Abschaltung

Das hängt vom Glasfaser-Ausbau in deiner Region ab. Die ersten Abschaltungen sind frühestens ab 2030 geplant – und nur in Gebieten mit mindestens 80% Glasfaser-Versorgung. Du wirst mindestens 36 Monate (3 Jahre) vorher offiziell informiert. In Regionen mit geringer Glasfaser-Abdeckung kann es noch deutlich länger dauern.

Nein, es besteht kein unmittelbarer Handlungszwang. Du kannst deinen DSL-Anschluss weiter nutzen, bis die Abschaltung in deinem Gebiet konkret angekündigt wird. Dann hast du noch mindestens 3 Jahre Zeit. Trotzdem kann es sinnvoll sein, bei einem Glasfaser-Ausbau in deiner Straße den Hausanschluss legen zu lassen – das ist während der Bauphase oft kostenlos.

Nicht unbedingt. Glasfaser-Tarife starten oft bei ähnlichen Preisen wie DSL-Tarife – bieten aber deutlich mehr Leistung. Durch die Open-Access-Pflicht soll Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern für faire Preise sorgen. Aktuell gibt es bereits Glasfaser-Tarife ab etwa 30-40 Euro monatlich.

Das Kupfernetz darf nur abgeschaltet werden, wenn mindestens 80% der Haushalte in deinem Gebiet Glasfaser haben. Solange diese Quote nicht erreicht ist, bleibt DSL erhalten. Zudem muss sichergestellt sein, dass alle Kunden die Möglichkeit zu einem Wechsel hatten. Niemand wird ohne Alternative dastehen.

Das hängt davon ab, ob dein Anbieter Glasfaser-Tarife anbietet. Dank der Open-Access-Pflicht können auch andere Anbieter das Glasfasernetz nutzen. Wenn dein Anbieter keinen eigenen Glasfaser-Tarif hat, kann er möglicherweise trotzdem einen Zugang über das fremde Netz anbieten. Ansonsten steht dir die freie Wahl zwischen allen verfügbaren Anbietern offen.

Während der Ausbauphase ist der Hausanschluss oft kostenlos, wenn du einen Vertrag abschließt. Wird das Glasfaserkabel nachträglich verlegt, können Kosten von mehreren Hundert bis über 1.000 Euro entstehen. Deshalb lohnt es sich, bei einem Ausbau in deiner Straße aktiv zu werden – auch wenn du deinen DSL-Vertrag noch nicht wechseln möchtest.

Du benötigst einen Glasfaser-Router (ONT – Optical Network Terminal oder ein Router mit integriertem Glasfaser-Modem). Diesen stellt in der Regel der Anbieter bereit – entweder kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr. Deine bestehenden Geräte wie Computer, Smartphones und Smart-Home-Geräte funktionieren wie gewohnt weiter.

DSL- und Glasfaser-Tarife im Vergleich

Finde jetzt den passenden Internet-Tarif für dein Zuhause. Unser Vergleichsrechner zeigt dir alle verfügbaren DSL- und Glasfaser-Angebote an deiner Adresse:

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