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Die Deutsche Telekom und Starlink (SpaceX) haben eine Partnerschaft angekündigt, die Mobilfunk in Deutschland grundlegend verändern könnte: Ab Anfang 2028 sollen sich Smartphones direkt mit Satelliten verbinden können — ganz ohne Zusatzgerät. Das Ziel: Funklöcher endgültig schließen.
Was ist Direct-to-Device?
Direct-to-Device (D2D) bedeutet: Dein Smartphone verbindet sich direkt mit einem Satelliten im Orbit — ohne Schüssel, ohne Extra-Hardware. Wenn dein Handy den Kontakt zum normalen Mobilfunkmast verliert, wechselt es automatisch auf die Satellitenverbindung. Du merkst davon im Idealfall nichts.
Die Technologie nutzt Starlinks V2-Satelliten der nächsten Generation und das sogenannte MSS-Spektrum (Mobile Satellite Service). Langfristig sollen Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s möglich sein — deutlich mehr als bisherige Satellitendienste wie die Notruf-SMS bei Apple.
Nicht nur SMS — echtes Internet
Bisherige Satelliten-Features in Smartphones (wie bei Apple oder Google) beschränken sich auf Notruf-SMS. Die Telekom-Starlink-Lösung geht deutlich weiter: Textnachrichten, Telefonie und mobiles Internet sollen über Satellit möglich sein. Das ist ein komplett anderes Level.
Warum braucht Deutschland das?
Klingt erstmal paradox: Deutschland hat laut Telekom eine 5G-Abdeckung von knapp 90 % und eine Sprachabdeckung von 99 %. Aber „99 %“ heißt eben nicht 100 %. Die verbleibenden Funklöcher liegen oft in Regionen, wo ein klassischer Netzausbau schwierig oder unmöglich ist:
Welche Smartphones sind kompatibel?
Das Beste: Du brauchst kein spezielles Satelliten-Handy. Die Technologie funktioniert mit vielen aktuellen Smartphones, die du heute schon kaufen kannst. In den USA läuft der Dienst über T-Mobile bereits seit Mitte 2025 — dort ist die Kompatibilitätsliste bekannt. Viele dieser Geräte gibt es auch bei uns günstig mit Vertrag:
Apple
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Samsung
Galaxy S21 und neuer, Galaxy A-Serie (A14, A15, A25, A35, A56), Z Flip/Fold ab Generation 3 — Galaxy-Deals ansehen
Pixel 9 Serie (Pixel 9, 9a, 9 Pro, 9 Pro XL, 9 Pro Fold)
Motorola
Moto razr 2024/2025, Moto Edge 2025, Moto g 5G 2025 und weitere
Kompatibilität für Deutschland noch nicht bestätigt
Die obige Liste stammt aus dem US-Markt (T-Mobile × Starlink). Welche Geräte in Deutschland genau unterstützt werden, hat die Telekom noch nicht offiziell kommuniziert. Da die Technologie jedoch auf dem gleichen MSS-Spektrum basiert, dürfte die Liste sehr ähnlich ausfallen.
Wann geht’s los? Die Timeline
Juli 2025 — SMS in den USA
T-Mobile US startet Starlink Direct to Cell für SMS-Nachrichten. Erster kommerzieller Dienst weltweit.
März 2026 — Partnerschaft angekündigt
Deutsche Telekom und Starlink geben die Zusammenarbeit für Europa offiziell bekannt.
Ende 2027 — Tests mit höheren Speeds
Erste Tests der V2-Satelliten mit Daten- und Sprachdiensten in Europa erwartet.
Anfang 2028 — Launch in Deutschland
Kommerzieller Start mit Text, Sprache und Daten. Funklöcher werden per Satellit geschlossen.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du Telekom-Kunde bist (oder es wirst), bekommst du ab 2028 ein „Überall-Netz“: In der Stadt über den normalen Mobilfunkmast, auf dem Land oder im Gebirge über Satellit — und den Wechsel macht dein Smartphone automatisch. Passende Tarife findest du in unserem Tarifrechner. Schon jetzt gibt es starke Deals im Telekom-Netz — wie die klarmobil 100 GB Allnet Flat ab 14,99 €.
Konkret heißt das:
- Kein Funkloch mehr — auch nicht beim Wandern, auf der Autobahn oder im Urlaub in abgelegenen Regionen
- Automatischer Wechsel — dein Handy sucht sich die beste Verbindung, ohne dass du etwas tun musst
- Mehr als nur Notruf — Nachrichten, Anrufe und mobiles Internet über Satellit
- Ausfallsicher — selbst bei Stromausfällen oder Naturkatastrophen erreichbar bleiben
- Kein Extra-Gerät — funktioniert mit deinem vorhandenen Smartphone (sofern kompatibel)
Wettbewerb belebt das Geschäft
Die Telekom ist nicht allein: Auch AST SpaceMobile und Amazons Project Kuiper arbeiten an Direct-to-Device-Lösungen. Der Wettbewerb dürfte dafür sorgen, dass die Technologie schneller und günstiger verfügbar wird — gut für uns Verbraucher.
Was wir noch nicht wissen
So spannend die Ankündigung ist — einige Fragen bleiben offen:
- Kosten: Wird der Satelliten-Dienst im Telekom-Tarif enthalten sein oder extra kosten?
- Geschwindigkeit: 150 Mbit/s sind das theoretische Maximum — was kommt in der Praxis an?
- Verfügbarkeit: Wie viele Satelliten müssen im Orbit sein, bevor der Dienst zuverlässig funktioniert?
- Andere Netze: Werden Vodafone und o2 nachziehen oder eigene Partnerschaften schließen?
Wir halten dich auf dem Laufenden, sobald die Telekom weitere Details bekanntgibt.
Häufige Fragen
Nein, kein spezielles Satelliten-Handy nötig. Die Technologie funktioniert mit vielen aktuellen Smartphones. In den USA sind iPhones ab dem iPhone 13, Samsung Galaxy ab S21 und Google Pixel 9 kompatibel. Für Deutschland steht die finale Liste noch aus.
Der kommerzielle Start ist für Anfang 2028 geplant. Erste Tests mit höheren Geschwindigkeiten werden für Ende 2027 erwartet.
Die Partnerschaft soll Text, Sprache und Daten abdecken — also deutlich mehr als bisherige Notfall-SMS-Dienste. Langfristig sind Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s geplant.
Nach aktuellem Stand ja — die Partnerschaft läuft exklusiv über die Deutsche Telekom in Europa. Ob und wann Vodafone oder o2 eigene Satelliten-Partnerschaften ankündigen, ist noch offen.
In Gebäuden dürfte die Satellitenverbindung nicht oder nur eingeschränkt funktionieren — Satellitensignale brauchen freie Sicht zum Himmel. Indoor bist du aber ohnehin fast immer im normalen Mobilfunknetz oder WLAN. Satellit springt vor allem draußen in Funklöchern ein.
